Hallo ihr Lieben,

heute geht es mir um eine Entdeckung, welche eigentlich schon Ewigkeiten existiert, aber wohl in der modernen Welt in Vergessenheit geraten ist. Selbst ich, als gelernte Kosmetikerin, musste mich über mich selbst wundern, dass ich daran nicht schon lange gedacht habe. Nämlich an die uralte ‚Tradition‘, seine Haut mit der oil-cleansing method – der Öl-Reinigung – von Schmutz und Unreinheiten zu befreien.

Ihr kennt das sicher, man probiert jahrelang verschiedenste Produkte auf dem Markt aus, mit der Hoffnung irgendwann eines zu finden, mit welchem man wirklich auf Dauer zufrieden ist. Vor allem eines das in Qualität und Preis-Leistung in Ordnung, sowie in der Anwendung komfortabel sind und selbstverständlich nicht zuviel Zeit bei der täglichen Reinigung in Anspruch nehmen. Wir haben dabei meist viele Punkte, die für uns die perfekte Reinigung und Pflege ausmachen.

Früher habe ich immer teure Markenkosmetik benutzt. Das Thema hat sich allerdings erledigt, seit ich Inhaltsstoffe auf der Verpackung lese. Komischerweise will ja meistens die Symptome seiner Haut nicht wahr haben, oder warum kaufen so viele Menschen klärende Produkte, die eigentlich die Haut noch viel schlimmer machen? Die meisten Produkte trocknen schlichtweg die Haut einfach nur aus und wir cremen umso mehr, in der Hoffnung das Problem zu lösen. Ein Teufelskreislauf. Wir können einfach nicht glauben, dass weniger in diesem Fall mehr ist!

Die Haut ist ein Meisterwerk der Verwandlung und eine großartige Schutzbarriere und doch ist sie auf der anderen Seite meist sehr sensibel – gerade in der heutigen Zeit mit all den Belastungen welchen wir sie aussetzen. Deshalb könnt ihr euch sicherlich vorstellen, dass die Haut nicht nur auf bestimmte äußerliche Faktoren reagiert, sondern auch, wenn unser Körper aus der Balance gebracht wird.

Die Ernährung und das Hormongleichgewicht spielen eine große Rolle. Da kann man dann mit reinigen und cremen nur noch das gröbste in Schach halten, auf seinen Lebensstil sollte man dennoch sehr gut achten 😉 ja wem sag ich das… *ameigenenSchopfpacken*

Warum also eigentlich nicht wieder einen Schritt zurück Richtung Natur gehen?

Auf der Suche nach verschiedenen Detox Rezepten/Methoden/Produkten (in diesem Zuge habe ich mir auch den leckeren BB Detox Tea von Kusmi Tea zugelegt, wie ihr vielleicht schon über instagram oder Twitter gesehen habt…. Ich liebe ihn!), bin ich auch auf die alte Methode des Öl-Reinigens gestoßen.

Die OCM (oil cleansing method) wird in vielen Ländern praktiziert z. B. in Indien im Zuge der Ayurveda Kuren oder in Japan als tägliches Pflegeritual. Sie ist ein „Geheimnis“ welches eigentlich über Generationen weitergegeben wurde. Nicht umsonst sehen Japanerinnen oft selbst mit 60 oder 70 Jahren noch sehr jung aus. Hier wird die Tradition, auf den Körper zu achten meist ja doch noch besser gelebt also bei uns Europäern. Doch wie es in der heutigen Zeit nun einmal so ist, die vielen Werbungen und tollen Fotos mit super schöner Haut und glücklichen gesund aussehenden Gesichtern, versprechen uns Produkte (mit chemischen Substanzen) welche uns zu diesem makellosen Aussehen verhelfen sollen. Ob das alles dann der Wahrheit entspricht, sei dahin gestellt.

Ich kenne das selbst, wenn etwas schön präsentiert und mit dem passenden Werbeslogan versehen wird, falle auch ich darauf rein. Klar als Kosmetikerin checkt man schon einmal kurz die Inhaltsstoffe, aber trotzdem, wenn etwas so toll rüber kommt, wird man trotzdem manchmal schwach 🙂  einfach aus banalen Gründen, z. B.  den Duft, den man so toll findet.
Sicherlich gibt es auch in der Wirkung gute Produkte auf dem Markt, ich möchte hiermit ja nicht alles „fertig-produzierte“ schlecht machen…

Anyway, ich habe die OCM nun seit ein paar Wochen ausprobiert und bin schon jetzt begeistert. Deshalb kann ich es kaum abwarten bis ich die nächsten Öle geliefert bekomme um mir mein ganz eigens und persönlich gemixtes Haut-Wunder zu zaubern.

So nun seid ihr bestimmt gespannt, wie das eigentlich alles überhaupt funktioniert 🙂

Glaubt mir es ist so simple, das man es gar nicht fassen kann…

Was ihr braucht:

  • etwas Öl (Mixturen siehe unten)
  • zwei kleine dünne Gästehandtücher oder Waschlappen
  • ein großes Handtuch
  • fließendes heißes Wasser
  • etwas Zeit
 OCM_oil_cleansing_Method_Ölreinigung_Gesichtsreinigung_Anleitung_klein
 
 

Wie es funktioniert:

  1. Das Gesicht (Hals u. Décolleté bei Bedarf auch) mit lauwarmen Wasser anfeuchten. (auch wenn ihr vorher Make-up getragen habt, müsst ihr vorher keine spezielle Reinigung machen!) So ist die Haut aufnahmefähiger für das Öl und wird dann auch bis in tiefere Hautschichten versorgt.
  2. Ein Teelöffel des Öl’s zwischen den Handflächen verreiben und auf dem Gesicht verteilen.
  3. Das Öl ca. 1 1/2 – 2 Minuten in kleinen Kreisen einmassieren. Hierzu gibt es verschiedene Techniken, wenn ihr daran interessiert seid, kann ich euch das gerne bei Gelegenheit beschreiben.
  4. ein kl. Handtuch mit heißem Wasser anfeuchten, auswringen und zusammen falten.
  5. das zweite kl. Handtuch ebenfalls mit heißem Wasser durchtränken, auswringen und auf euer Gesicht legen. Aber Achtung! Macht das Wasser nur so heiß, wie es eure Haut verträgt, ihr sollt euch ja nicht verbrennen!
  6. die zusammengefaltete Kompresse wieder auseinander falten und über das erste Tuch auch auf euer Gesicht legen.
  7. Lasst die Tücher so lange auf eurem Gesicht, bis sie ca. Raumtemperatur haben. Dann nehmt ihr das restliche Öl mit einem Handtuch ab.
  8. Wiederholt Step 4-7 noch einmal, nehmt jedoch dann das saubere zweite Handtuch zum erneuten abnehmen des übrig gebliebenen Öls auf eurer Haut.
  9. Wenn ihr euer Gesicht bis auf einen kleinen schützenden Öl-Film abgereinigt habt, seid ihr fertig! 🙂  Bei Bedarf, also z. B. wenn sich die Haut etwas trocken anfühlt, könnt ihr einfach noch ein bisschen ca. einen halben Teelöffel eures Öls wie eine Tagescreme einmassieren. Oder ihr nehmt einfach eure reguläre Tages-/Nachtcreme.

Welche Öle man verwenden kann:

Die Basisöle werden immer mit einem gewissen Anteil an Castor Oil (Rizinusöl) gemischt. Ihr solltet auf eine gute Qualität achten und vorsichtig bzw. sparsam damit umgehen! Der Anteil hängt von eurem Hauttyp ab. Da das Öl antibakteriell wirkt, ist es ideal für die Behandlung von Akne-Haut aber auch andere Hauttypen profitieren von den Eigenschaften. Selbst Narben, Altersflecken und Hautschüppchen (Ekzeme, Psoriasis) lassen sich damit behandeln. Bei trockener Haut nimmt man für die Mischung einfach das Minimum an Castor Oil mit wesentlich mehr Anteilen an Basisöl. Mehr zur Dosierung findet ihr unten bei der Hauttyp Beschreibung.

Trockene und anspruchsvolle Haut:
z. B. Marulaöl, Arganöl, Mandelöl, Avocadoöl oder Nachtkerzenöl. Im allgemeinen Öle mit vielen ungesättigten Fettsäuren und einem kleineren Anteil gesättigten (reichhaltigen) Inhaltsstoffen.
Die Mischung : 1 Teil Castor Oil zu 4 Teilen der Basisöle.

Sensible Haut:
z. B. Jojobaöl, Mandelöl, Kameliensamenöl, Borretschöl, Avocadoöl, Traubenkernöl oder Nachtkerzenöl. Im allgemeinen feine Samenöle.
Die Mischung:  1:4 oder nur Basisöl

Unreine und fettige Haut:
z. B. Aloe Vera Öl, Kokosnussöl,  Mandelöl, Sonnenblumenöl, Haselnussöl, Olivenöl
Die Mischung: 2:4

Anfangs kann man als Verhältnis einfach jeweils einen Teelöffel verwenden.
Falls sich die Haut trocken anfühlt, reduziert einfach den Anteil des Castor Oils oder lasst es komplett weg.

 OCM_oil_cleansing_Method_Ölreinigung_Gesichtsreinigung_Mischung

Wie oft sollte man reinigen?

Das ist sehr individuell zu sehen. Manchen genügt es die OCM abends anzuwenden und morgens nur Wasser zu benutzen. Andere werden zweimal täglich zu OCM tendieren. Wieder andere nehmen morgens einen schnellen Reiniger aus dem Drogerie-Regal oder wenden die OCM nur ein zweimal die Woche an. Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich es bisher täglich mit der OCM versucht habe – im Urlaub ist das aber natürlich auch leichter als im stressigen Alltag. Deshalb werde ich meine Haut einfach etwas beobachten, also wie sie sich z. B. morgens anfühlt und dann entscheiden.

Bitte bedenkt, wie bei jeder natürlichen „Heilmethode“ kann es anfangs auch zu einer ersten Verschlimmerung der Symptome kommen, bis sich die Haut umgestellt hat. Das kann bis zu 4 Wochen dauern. Gebt eurer Haut also etwas Zeit, sie wird es euch danken!

Übrigens, bezüglich des Duftes, hat man immer die Möglichkeit mit ätherischen Ölen zu arbeiten. Ein paar Tropfen des Lieblingsduftes machen die OCM zu einem noch schöneren beauty Ritual. Doch vorsicht, nicht jedes ätherische Öl ist zum Auftragen auf die Haut geeignet – bzw. manche reagieren auf der Haut mit Flecken oder Sonnenbrand in Kombination mit Sonne. Genauso auch mit Parfum aufpassen, nicht jeder verträgt die Zusetzung im Öl, wenn man es als Gesichtsreinigung benutzt. Sensible Hauttypen sollten das erst einmal an einer anderen Stelle z. B. in der Ellenbeuge testen.

Meine persönliche Lieblings-Mischung:

1 Teil Castor Oil
1 Teil Kokosnussöl
1 Teil Arganöl
1 Teil Mandelöl
Variiert mit ätherischem Vanille Öl (für die Stimmung), Grapefruit Öl oder auch Zitrone (für die Erfrischung und Motivation)

Hier die verschiedenen ätherischen Ölen für die jeweiligen Hauttypen, welche man der Ölmischung beigeben kann um die Wirkung zu verstärken oder einfach für einen bestimmten Duft. Bitte beachtet, dass ätherische Öle NIE direkt auf die Haut aufgetragen werden dürfen!

Acne: Bergamot, Cedarwood, Chamomile, Geranium, Grapefruit, Everlasting, Juniper, Lavender, Lemon, Lemongrass, Lime, Neroli, Palmarosa, Patchouli, Petitgrain, Ravensara, Rose, Rosemary, Petitgrain, Rosewood, Sandalwood, Tea Tree, Thyme

Aging Skin: Bergamot, Cypress, Chamomile, Everlasting, Jasmine, Juniper, Geranium, Lavender, Lemon, Lemongrass, Neroli, Palmarosa, Petitgrain, Patchouli, Ravensara, Rosewood, Rosemary, Rose, Sandalwood, Ylang Ylang

Dry Skin: Bergamot, Chamomile, Cedarwood, Clary Sage, Everlasting, Fennel, Geranium, Jasmine, Lavender, Neroli, Palmarosa, Patchouli, Rosemary, Rose, Sandalwood, Thyme, Ylang Ylang

Normal/Combination Skin: Bergamot, Cedarwood, Chamomile, Clary Sage, Geranium, Lavender, Rose, Chamomile, Geranium, Jasmine, Mandarin, Neroli, Orange, Patchouli, Palmarosa, Petitgrain, Rose, Rosemary, Sandalwood, Ylang Ylang

Oily Skin: Basil, Bergamot, Cedarwood, Cypress, Geranium, Grapefruit, Geranium, Jasmine*, Juniper, Lemon, Lime, Lavender, Neroli, Palmarosa, Patchouli, Petitgrain, Ravensara, Rose, Rosemary, Rosewood, Sandalwood, Thyme, Tea Tree, Ylang Ylang

Ich könnte nun noch stundenlang über die verschiedenen Vorteile und Ergebnisse der Öle schreiben, aber das kann ich ja eventuell mal noch ergänzen falls ihr Interesse habt 🙂

Es war jetzt schon ziemlich viel Information, aber ich denke, doch sehr interessant, was man sich so alles sparen kann, wenn man auf Mutter Natur zurück greift.

Die Hoffnung auf eine dauerhaft rosige, gesunde, gepflegte und ebenmäßige strahlende Haut gebe ich nicht so schnell auf. Wer weiß, vielleicht ist die OCM nun endlich mein Schlüssel dazu!? Denn wer hat schon Lust mit 30 noch rum zu laufen wie so mancher Teenager. Irgendeinen Vorteil muss es doch haben, älter zu werden 😉

Schreibt mir doch mal, ob ihr auch diese Methode der Gesichtsreinigung nutzt oder was eure „Wundermittel“ sind….

Alles Liebe und eine schöne Zeit,

Liz